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NOTFALL

Medizinische Hilfe außerhalb der Öffnungszeiten der Arztpraxen:
Bei nicht lebensbedrohlichen Fällen rufen Sie den kassenärztlichen Notdienst an.
Telefonnummer: 116 117
https://www.umm.de/integriertes-notfallzentrum/aerztlicher-bereitschaftsdienst/

Wen ruft man im lebensbedrohlichen Notfall an?
Alarmieren Sie schnellstmöglich den Notarzt über die Telefonnummer: 112
Fahren Sie keinesfalls selbst ins Krankenhaus!

Urologische Notfallambulanz der Universitätsmedizin Mannheim
Für Patienten, die in Notfällen nicht von den urologischen Praxen bzw. dem kassenärztlichen Bereitschaftsdienst versorgt werden können, ist unsere Notfallambulanz 24 Stunden am Tag im Haus 28, Ebene 1 geöffnet bzw. über die Pforte unter 0621 383-0 erreichbar.

Zentrale Notaufnahme der Universitätsmedizin Mannheim
Die Telefonnummer der Zentralen Notaufnahme lautet: 0621/383-4472
Die Notaufnahme befindet sich in Haus 2.
Sie ist auf dem Klinikumsgelände rot ausgeschildert.
https://www.umm.de/integriertes-notfallzentrum/zentrale-notaufnahme/

Kinder-Notaufnahme UMM
Die Kinder-Notaufnahme in Haus 29 erreichen Sie unter: 0621/383-2504. Hier werden auch Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre mit urologischen Notfällen versorgt.
https://www.umm.de/kinderzentrum/leistungsspektrum/kindernotaufnahme/

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International Patient Office

The International Patient Office welcomes patients from all over the world and assists with requests for medical treatment. Please contact our International Patient Office

Hodenkrebs

Krankheit & Behandlung

Anatomie und Funktion der Hoden

Die Hoden gehören zu den Geschlechtsorganen des Mannes und werden auch als Keimdrüsen bezeichnet. Es handelt sich dabei um paarig angelegte Organe, die etwa pflaumengroß sind und das Gegenstück zu den Eierstöcken der Frau bilden. Die Hoden sind im Hodensack (Skrotum) untergebracht. Zu den beiden wichtigsten Funktionen gehören die Produktion des männlichen Geschlechtshormons (Testosteron) und die Herstellung der Spermien (Samenzellen). Somit sind die Hoden ein unverzichtbarer Bestandteil der geschlechtlichen Fortpflanzung. Auf der hinteren Seite des Hodens ist der Nebenhoden angesiedelt. Dabei handelt es sich um einen stark gewundenen Gang, der eng mit dem Hoden verwachsen ist und die Funktion eines Spermienspeichers erfüllt.

Hodenkrebsarten

Der Hodenkrebs zählt zu den häufigsten Krebsarten bei jungen Männern zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr und macht etwa 1-2% aller Krebsfälle bei Männern aus. Neben jungen Männern können aber auch ältere Männer betroffen sein. Als Ursachen für die Entstehung von Hodenkrebs werden vor allem angeborene Entwicklungsstörungen diskutiert: Männer mit einem Hodenhochstand (Kryptorchismus) im Kindesalter haben ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Hodenkrebs, da sich hierdurch die Blutversorgung und die Temperatur des Hodengewebes ändern kann, was letztlich zu einer gestörten Hodengewebsentwicklung und Entartung führen kann. Zusätzliche Risikofaktoren können erstgradige Verwandte mit Hodenkrebs sein und ein bereits vorgekommener Hodenkrebs auf der Gegenseite.

Hodentumore können gut- oder bösartig sein.  Den größten Anteil an Hodentumoren stellen die Keimzelltumore dar (ca. 90%). Dies ist eine heterogene Gruppe bösartiger Krebsarten, welche hauptsächlich in die Subtypen Seminome und Nicht-Seminome unterteilt werden. Die übrigen Tumore sind die sogenannten Stromatumore, welche sich vom Bindegewebe ableiten und überwiegend gutartig sind (ca. 10%).

Untersuchung bei Verdacht auf Hodenkrebs

Hodenkrebs wird häufig zufällig entdeckt. Eine regelmäßige, monatliche Selbstuntersuchung für junge Männer ab dem 15. Lebensjahr vermag zu einer frühzeitigen Feststellung der Diagnose zu verhelfen. Beim geringsten Verdacht auf eine Verhärtung/Vergrößerung des Hodens sollte ein niedergelassener Facharzt für Urologie aufgesucht werden. Dieser führt folgende Untersuchungen durch:

Tastuntersuchung der Hoden

Die Tastuntersuchung der Hoden ist eine einfache und schnelle Untersuchung, die auch von Patienten selbst durchgeführt werden kann. Sollten sich hierbei Veränderungen zeigen ist eine zeitnahe Vorstellung beim Urologen anzuraten. Dieser führt als erste Maßnahme zur Feststellung eines Hodentumors eine Tastuntersuchung durch, bei welcher sich in der Regel eine knotige Verhärtung/Vergrößerung feststellen lässt. Diese ist meist nicht schmerzhaft. Die Vergrößerung des Hoden kann dem Patienten auch durch ein Schweregefühl des tumortragenden Hodens auffallen. Manche Hodentumore können aufgrund der Bildung von weiblichen Geschlechtshormonen (Östrogene) zu einer Schwellung der Brustdrüsen führen (Gynäkomastie).

Ultraschalluntersuchung der Hoden

Neben der Tastuntersuchung wird bei Verdacht auf einen Hodentumor als weitere Maßnahme eine Ultraschalluntersuchung beider Hoden durchgeführt. Hierbei lässt sich die Struktur des Hodengewebes optisch beurteilen. Hodentumore zeigen sich im Gegensatz zum restlichen Hodengewebe als unregelmäßige Areale, die ggf. vermehrt durchblutet sind. Die Aussagekraft der Ultraschalluntersuchung ist sehr hoch, jedoch ist eine definitive Unterscheidung zwischen bösartigen und gutartigen Hodentumoren hierdurch nicht möglich. Obligat ist die Untersuchung beider Hoden, um mögliche Tumore der Gegenseite zu erkennen.

Laborchemische Untersuchung:

Hodenkrebszellen können sogenannte Tumormarker bilden, welche durch eine Blutuntersuchung festgestellt werden können. Hierzu gehören alfa-Fetoprotein (AFP), humanes ß-Choriogonadotropin (ß-hCG) und die Laktatdehydrogenase (LDH). Die Bestimmung der Tumormarker im Blut allein genügt zwar nicht zur sicheren Feststellung von Hodenkrebs, ist aber ein Baustein der Diagnostik und erhärtet im Falle einer Erhöhung der Werte den Verdacht auf das Vorliegen von Hodenkrebs, da die Tumormarker hochspezifisch und sensitiv für Diese Erkrankung sind. Neben der initialen Feststellung von Hodenkrebs dienen die Tumormarker als Parameter für den Therapieverlauf.

Haben die genannten Untersuchungen den Verdacht auf einen Hodentumor erhärtet oder wurde dieser gesichert, müssen weitere Untersuchungen zum Ausschluss von Absiedelungen durchgeführt werden:

Computertomographie (CT)

Bei hochgradigem Verdacht auf Hodenkrebs oder bereits bestätigtem hodenkrebs muss durch bildgebende Verfahren geklärt werden, ob sich Tumorzellen bereits in andere Organe abgesiedelt haben (Metastasen). Hierfür sollte eine CT-Untersuchung des Brustraumes, sowie des Bauchraumes durchgeführt werden.

Magnetresonanztomographie (MRT)

Die MRT-Untersuchung kann bei bekannter Kontrastmittelallergie alternativ zur Computertomographie des Bauchraumes durchgeführt werden. Weiterhin kann das MRT bei fortgeschrittener Erkrankung und Verdacht auf Hirn-Absiedelungen zum Einsatz kommen.

Knochenszintigraphie

Bei fortgeschrittener Erkrankung und Anhalt für Knochen-Absiedelungen kann eine Knochenszintigraphie als bildgebendes Verfahren ergänzend durchgeführt werden.

Behandlung von Hodenkrebs

Es stehen verschiedene Behandlungsmethoden zur Verfügung für die Therapie von Hodenkrebs. Die richtige Therapie ist abhängig vom Erkrankungsstadium und vom Subtyp des Hodentumors. Eine frühzeitige Diagnose und eine individuell auf den Patienten abgestimmte Behandlungsmethode sind wichtige Voraussetzungen für die insgesamt sehr guten Heilungschancen und Behandlungserfolge bei Hodenkrebspatienten.

Behandlung von Harnblasenkrebs

Zur Diagnose eines Harnblasentumors bietet Ihnen das Uro-Onkologische Zentrum Mannheim ein breites Behandlungsspektrum an. Je nach Ausdehnung der Erkrankung wird in Absprache mit Ihrem Arzt die für Sie passende Therapiemethode sorgfältig ausgewählt.

Operative Therapie

Der erste Therapieschritt nach der Feststellung eines Hodentumors ist die operative Entfernung des betroffenen Hodens (Orchiektomie). Hierbei wird der Hoden über einen kleinen Schnitt in der Leiste freigelegt und entfernt.

Der erste Therapieschritt nach der Feststellung eines Hodentumors ist die operative Entfernung des betroffenen Hodens (Orchiektomie). Hierbei wird der Hoden über einen kleinen Schnitt in der Leiste freigelegt und entfernt. In der Regel wird der gesamte Hoden, der Nebenhoden und ein Teil des Samenstrangs entfernt. Wenn gewünscht, kann aus kosmetischen Gründen ein Hodenimplantat eingesetzt werden, welches den Hodensack wie vor der Operation erscheinen lässt.

Bei unsicherer Tumordiagnose und kleinen Tumoren kann auch zunächst eine Ausschälung des auffälligen Bereichs erfolgen und je nach histologischem Ergebnis der Hoden erhalten oder entfernt werden. Die Erhaltung des Hodens ist insbesondere bei einem beidseitig auftretenden Hodentumor eine wichtige Therapiemöglichkeit.

Gelegentlich wird bei nur einseitigem Tumor auch eine Gewebeprobe des anderen, vermeintlich gesunden Hoden entnommen, um Vorläuferzellen eines Hodentumor zu erkennen.

Die Hodenentfernung erfolgt überwiegend in einer Vollnarkose und der stationäre Aufenthalt beträgt meist nur 1-2 Nächte.

Auch Absiedelungen des Tumors in z.B. Lunge und Leber werden teilweise operativ entfernt, sofern sie aufgrund ihrer Lage gut zugänglich sind. Die Expertise eines Zentrums ist hierbei von entscheidender Bedeutung für eine gute Heilungsrate.

Eine Operation kann außerdem notwendig sein, wenn sich im Verlauf der Erkrankung nach Orchiektomie und Chemotherapie Tumorreste (Residualtumorgewebe) zeigen. Diese werden je nach Größe und Subtyp des Hodentumors operativ entfernt (Residualtumorresektion). Dabei handelt es sich um eine komplexe Operation, die nur an ausgewiesenen Zentren durchgeführt werden sollte.

Eine dauerhafte Unfruchtbarkeit (Infertilität) ist nach einer einseitigen Hodenentfernung unwahrscheinlich, da in der Regel ein Hoden genügt, um Spermien in ausreichender Menge für die Fortpflanzung zu produzieren. Bei nicht abgeschlossener Familienplanung sollte aber über die Möglichkeit des Einfrierens von Spermien (Kryokonservierung) gesprochen werden. Auch für eine hinreichende Testosteronproduktion reicht in der Regel ein Hoden aus. Im Rahmen der Nachsorgeuntersuchungen sollten regelmäßig die Testosteronwerte bestimmt werden und bei einem Testosteronmangel das Hormon medikamentös verabreicht werden.

Aktive Überwachung

In Frühstadien und ohne bzw. bei wenigen vorliegende Risikofaktoren kann nach der operativen Entfernung des Hodens die sogenannte aktive Überwachung als weiteren Therapieoption ausreichen. Das Risiko eines erneuten Auftretens der Erkrankung (Rezidiv) ist in Frühstadien gering und die Prognose selbst bei einem Rezidiv und dann durchgeführter Chemo- oder Strahlentherapie hervorragend. Die Überwachungsstrategie beinhaltet regelmäßige Kontrollen im Sinne eines aktiven Beobachtens des zu diesem Zeitpunkt geheilten Patienten.

Strahlentherapie

Kleinere Absiedelungen des Hodenkrebs in den Lymphknoten des Bauchraumes können abhängig vom Subtyp des Hodenkrebs durch eine Bestrahlung behandelt werden. In Frühstadien kann eine Bestrahlung auch als vorbeugende Bestrahlung erfolgen, wenn in der Bildgebung keine Lymphknoten zu sehen sind. Die ist abhängig von den vorliegenden Risikofaktoren.

Medikamentöse Therapie

Eine medikamentöse Therapie ist für bestimmte Patienten in unterschiedlichen Erkrankungsstadien, je nach Subtyp der Tumorart, je nach vorliegenden Risikofaktoren und je nach Ausbreitung des Tumors als mögliche zusätzliche Maßnahme notwendig.
Eine intravenöse Chemotherapie ist für bestimmte Patienten in unterschiedlichen Erkrankungsstadien, je nach Subtyp der Tumorart, je nach vorliegenden Risikofaktoren und je nach Ausbreitung des Tumors als mögliche zusätzliche Maßnahme notwendig.

Bei fortgeschrittenen Krebsstadien muss ggf. zuerst eine Chemotherapie durchgeführt werden, um die Tumormasse so weit zu verkleinern, dass eine Operation möglich ist.

Die häufigsten hierfür verwendeten Wirkstoffe sind platinhaltige Chemotherapeutika, Etoposid und Bleomycin. Je nach Behandlungsregime werden bis zu vier Zyklen dieser Medikamente verabreicht. Dies entspricht insgesamt 28 Therapietagen über einen Zeitraum von ca. 10 Wochen verteilt. Die ersten Behandlungstage jedes Zyklus erfolgen unter stationären Bedingungen und anschließend werden die weiteren Gaben ambulant in unserem interdisziplinären Tagestherapiezentrum verabreicht. Während der Chemotherapie sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen und Bestimmungen der Blutwerte erforderlich.

Eine Sonderform der Chemotherapie ist die Hochdosis-Chemotherapie. Diese wird manchen Erkrankten bei sehr weit fortgeschrittener Erkrankung oder bei einem Rückfall empfohlen. Da die Medikamente hierbei in deutlich höheren Mengen eingesetzt werden ist auch mit mehr Nebenwirkungen und einer Funktionseinschränkung des Knochenmarks zu rechnen, sodass in diesem Fall zusätzlich eine Stammzelltransplantation notwendig sein kann. Eine solche Therapie wird lediglich an dafür spezialisierten Zentren durchgeführt.